FreewayCamper – Wohnmobil & Camper mieten München
ZurückDer ehemalige Standort von FreewayCamper in der Wasserburger Landstraße 39 in München-Trudering ist ein Paradebeispiel für ein Unternehmen, das in der Wahrnehmung seiner Kunden stark polarisierte. Wichtig für alle Interessenten ist die unumgängliche Information: Diese Station ist dauerhaft geschlossen. Recherchen zeigen zudem, dass die FWC – FreewayCamper GmbH am 27. Februar 2025 Insolvenz angemeldet hat, was die Situation des gesamten Unternehmens betrifft und über die Schließung einzelner Standorte hinausgeht. Dennoch bietet die Analyse der hier gesammelten Kundenerfahrungen wertvolle Einblicke für jeden, der überlegt, ein Wohnmobil zu mieten, sei es bei einem Nachfolgeunternehmen oder einem anderen Anbieter.
Mit einer beachtlichen Durchschnittsbewertung von 4,7 Sternen bei über 560 Rezensionen schien diese Wohnmobilvermietung auf den ersten Blick eine exzellente Wahl für den Start in den Urlaub mit Wohnmobil zu sein. Viele Kundenberichte zeichnen das Bild eines serviceorientierten Unternehmens mit engagierten Mitarbeitern.
Was Kunden an FreewayCamper in München schätzten
Ein wiederkehrendes Lob in den positiven Bewertungen war der unkomplizierte und kundenfreundliche Prozess bei der Fahrzeugübernahme und -rückgabe. Mehrere Mieter berichteten von einer entspannten Atmosphäre, bei der die Mitarbeiter nicht übermäßig penibel nach kleinsten Mängeln suchten, sondern vielmehr das positive Urlaubserlebnis des Kunden in den Vordergrund stellten. Diese Flexibilität zeigte sich auch in der Möglichkeit, das gebuchte Fahrzeug gelegentlich früher als zur vereinbarten Zeit abholen zu können, was vielen Reisenden einen entspannteren Start in ihre Tour ermöglichte.
Die Fahrzeugflotte schien modern und vielfältig zu sein, was das Camper mieten für unterschiedliche Bedürfnisse attraktiv machte. Modelle wie der VW Grand California wurden für Reisen zu zweit oder als kleine Familie gelobt, während der sogenannte "Family Van" speziell auf die Bedürfnisse von Familien mit Kleinkindern zugeschnitten war. Diese Spezialisierung auf verschiedene Zielgruppen, von Paaren bis zu jungen Familien, war offenbar ein Schlüssel zum Erfolg. Kunden beschrieben die Fahrzeuge oft als gut gepflegt und stilvoll, was das Gefühl von „Freiheit auf vier Rädern“ noch verstärkte.
Besonders hervorgehoben wurde auch der Kundenservice, der selbst bei Problemen während der Reise als kompetent und freundlich beschrieben wurde. Ein Kunde erwähnte explizit die hilfsbereite Unterstützung durch einen Mitarbeiter, als es zu einem unangenehmen Zwischenfall kam. Auch kleine Gesten, wie das Nachsenden von im Fahrzeug vergessenen Dokumenten, trugen maßgeblich zum positiven Gesamtbild bei und zeigten ein hohes Maß an Kundenorientierung.
Erhebliche Kritikpunkte und Warnsignale
Trotz der vielen positiven Stimmen existiert eine dunkle Kehrseite, die in einigen sehr detaillierten negativen Bewertungen zum Vorschein kommt. Diese Berichte werfen ein kritisches Licht auf Aspekte, die für jeden Mieter von zentraler Bedeutung sind: Sicherheit, Sauberkeit und Fairness bei der Schadensabwicklung.
Sicherheitsmängel und mangelhafte Wartung
Der schwerwiegendste Vorwurf betrifft die Fahrzeugsicherheit. Ein Kunde schilderte eine potenziell lebensgefährliche Situation, bei der ein VW Bulli mit einem viel zu niedrigen Reifendruck übergeben wurde – es fehlte auf allen vier Reifen rund ein Bar. Dies führte zu einem extrem instabilen Fahrverhalten bei höheren Geschwindigkeiten, besonders auf der Autobahn. Ein solcher Mangel deutet auf eine unzureichende technische Überprüfung der Fahrzeuge vor der Übergabe hin und stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Wer einen Campingbus mieten möchte, verlässt sich auf den einwandfreien technischen Zustand des Fahrzeugs.
Inkonsistente Sauberkeit und unprotokollierte Defekte
Ein weiterer Kritikpunkt war die mangelnde und inkonsistente Sauberkeit der Fahrzeuge. Während viele Kunden ihre Camper als makellos empfanden, gab es Berichte über Fahrzeuge, die bei der Übergabe schmutzig waren. Konkret wurden Dreck unter den Matratzen, Haare im Duschabfluss einer unbenutzten Dusche und verschmutzte Wände bemängelt. Darüber hinaus wurde eine ganze Liste von nicht im Übergabeprotokoll vermerkten Defekten aufgeführt: ein nicht zündender Gaskocher, eine klemmende Kühlschranktür, eine nur mit Kraft zu schließende Eingangstür, lose Verkleidungsteile, die Fahrgeräusche verursachten, und defekte Fensterrollos. Solche Mängel schmälern nicht nur das Urlaubserlebnis, sondern zeugen auch von einer nachlässigen Wartung.
Probleme bei der Schadensabwicklung und versteckte Kosten
Besonders heikel war die Abwicklung von Schäden. Einem Mieter sollte ein bereits bei der Übernahme vorhandener Schaden an der Markise in Rechnung gestellt werden. Nur dank eigener Fotos und Zeugen konnte er die Forderung abwehren. Problematisch war hierbei auch, dass das Übergabeprotokoll auf Englisch verfasst war, was für deutschsprachige Kunden eine zusätzliche Hürde darstellen kann. Dies unterstreicht die generelle Empfehlung für Mieter, bei jeder Wohnmobilvermietung den Zustand des Fahrzeugs bei Übernahme und Rückgabe akribisch mit Fotos und Videos zu dokumentieren.
Zusätzlich wurde eine Bearbeitungsgebühr von 30 bis 50 Euro für die Weiterleitung von Bußgeldbescheiden kritisiert, selbst wenn der Mieter den Verstoß proaktiv dem Unternehmen meldete. Solche Gebühren sind zwar in den AGB verankert, werden von Kunden aber oft als intransparent und überhöht empfunden.
Fazit zur ehemaligen Station und der Marke FreewayCamper
Die Erfahrungen mit der geschlossenen FreewayCamper-Station in München zeichnen ein zwiespältiges Bild. Auf der einen Seite stand ein oft gelobter, freundlicher Service und eine moderne Flotte, die vielen Kunden einen gelungenen Urlaub ermöglichte. Auf der anderen Seite stehen schwerwiegende Vorwürfe bezüglich der Fahrzeugsicherheit und -wartung sowie eine fragwürdige Geschäftspraxis bei der Schadensabwicklung. Die Insolvenz des Gesamtunternehmens im Frühjahr 2025 wirft ein weiteres Licht auf mögliche interne Probleme. Für potenzielle Kunden, die auf Angebote von Nachfolgeunternehmen oder anderen Standorten der Marke stoßen, falls diese restrukturiert wird, bleibt die Mahnung: Eine gründliche Überprüfung des Fahrzeugs vor Fahrtantritt und eine lückenlose Dokumentation sind unerlässlich, um sicher und ohne böse Überraschungen in das Abenteuer Campervan mieten zu starten.