Okertalsperre
ZurückDie Okertalsperre im Harz ist weit mehr als nur ein funktionales Bauwerk zur Wasserregulierung und Stromerzeugung; sie ist ein etabliertes Ziel für Naturfreunde und Aktivurlauber. Insbesondere für Reisende, die mit dem Camper unterwegs sind, bietet die Region rund um den Stausee eine attraktive Mischung aus Zugänglichkeit und naturnahem Erlebnis. Doch wie bei vielen beliebten Ausflugszielen gibt es sowohl überzeugende Gründe für einen Besuch als auch einige Aspekte, die man vor der Anreise kennen sollte.
Anreise und Parken: Ein Paradies für Selbstversorger
Ein entscheidender Vorteil für alle, die ein Wohnmobil mieten und den Harz ansteuern, ist die unkomplizierte Erreichbarkeit der Okertalsperre. Die Anfahrt ist gut ausgeschildert und die Straßen sind für gängige Reisemobile problemlos befahrbar. Vor Ort finden sich mehrere Parkplätze, von denen viele erfreulicherweise kostenlos sind – ein echter Pluspunkt, der in touristischen Regionen nicht selbstverständlich ist. Diese Parkmöglichkeiten erlauben es, das Fahrzeug abzustellen und direkt in die Natur zu starten.
Allerdings zeigt sich hier auch die erste Herausforderung: An Wochenenden und in der Hochsaison kann die Parkplatzsituation angespannt sein. Besucher berichten, dass die ausgewiesenen Flächen schnell voll sind. Das Ausweichen auf Parkbuchten auf der gegenüberliegenden Straßenseite ist zwar möglich, aber mit Vorsicht zu genießen. Die kurvige und oft schnell befahrene Straße zu überqueren, kann besonders mit Kindern oder Haustieren gefährlich sein. Eine frühzeitige Anreise ist daher dringend zu empfehlen.
Übernachten mit dem Wohnmobil: Offizielle Stellplätze nutzen
Während das wilde Campen direkt an der Talsperre nicht gestattet ist, gibt es in unmittelbarer Nähe eine hervorragende Alternative. Der Campingplatz Okertalsperre in Altenau liegt idyllisch am Ufer und ist ganzjährig geöffnet. Er bietet rund 80 Stellplätze mit der notwendigen Infrastruktur wie Strom, Wasser sowie Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten für Grauwasser und Chemietoiletten. Mit Annehmlichkeiten wie einem Kiosk, einem Spielplatz und direktem Zugang zum Wasser ist dieser Platz eine ideale Basis für einen längeren Wohnmobilurlaub. Es ist jedoch zu beachten, dass einige Besucher von einer Mindestaufenthaltsdauer von zwei Nächten berichten, was für Durchreisende eine Einschränkung sein könnte. Eine vorherige Anfrage oder Reservierung, insbesondere in der Hauptsaison, ist ratsam.
Aktivitäten rund um den Stausee
Das Herzstück der Anlage ist die imposante, 260 Meter lange Staumauer, die frei zugänglich ist und zu Fuß überquert werden kann. Von hier aus bietet sich ein beeindruckender Panoramablick über den gesamten Stausee und die umliegenden, dicht bewaldeten Harzer Berge. Die Mauer selbst ist ein beliebtes Fotomotiv und der perfekte Ausgangspunkt für weitere Erkundungen.
Wandern und Radfahren
Für Wanderfreunde ist die Okertalsperre ein ausgezeichnetes Revier. Die bekannteste Route ist der große Rundwanderweg, der auf etwa 19 Kilometern einmal komplett um den See führt. Für diese Tour sollte man eine Gehzeit von rund 7,5 Stunden einplanen und eine gute Grundkondition mitbringen, da einige Höhenmeter zu überwinden sind. Es gibt jedoch auch zahlreiche kürzere und weniger anspruchsvolle Wege, wie eine etwa 13 km lange Variante, die durch die Buchenwälder und entlang der vielen Buchten des Sees führen. Die Wege sind in der Regel gut ausgeschildert und bieten immer wieder neue, reizvolle Ausblicke auf das Wasser.
Wassersport und Erholung am Ufer
Der Stausee selbst lädt zu verschiedenen Wassersportaktivitäten ein. Ob mit dem eigenen Kanu, einem Ruderboot oder beim Schwimmen in den ausgewiesenen Bereichen – die Wasserfläche bietet vielfältige Möglichkeiten. Wer es ruhiger mag, findet an den Ufern zahlreiche Plätze zum Entspannen und die Natur zu genießen. Besonders unter der Woche, außerhalb der Ferienzeiten, kann man hier eine wohltuende Stille erleben, wie einige Besucher positiv hervorheben.
Licht und Schatten: Was Besucher wissen sollten
Trotz der unbestreitbaren Schönheit der Landschaft gibt es einige kritische Punkte, die das Erlebnis an der Okertalsperre trüben können. Ein häufig genannter Kritikpunkt ist die gastronomische Versorgung. Mehrere Gäste äußerten ihre Enttäuschung darüber, dass das Café an der Staumauer geschlossen war. Oftmals war nur ein Imbiss am nahegelegenen Bikertreff geöffnet, der bei hohem Besucheraufkommen schnell an seine Kapazitätsgrenzen stößt. Für Reisende, die auf eine Einkehr hoffen, kann dies frustrierend sein. Wer mit einem Reisemobil mieten und zur Talsperre fahren möchte, ist gut beraten, sich selbst mit Proviant auszustatten.
Ein weiterer Faktor, der die Wahrnehmung beeinflussen kann, sind temporäre Gegebenheiten. So wurde in Bewertungen von einem niedrigen Wasserstand berichtet, der den optischen Eindruck des Stausees beeinträchtigt. Auch Baustellen können das Erlebnis stören. Für Ende 2025 und Anfang 2026 sind beispielsweise Arbeiten zur Felssicherung sowie Brückenneubauten in der Nähe angekündigt, die zu Verkehrsregelungen mit Ampeln führen können. Es lohnt sich, vor dem Besuch die aktuelle Lage bei den Harzwasserwerken oder der lokalen Touristeninformation zu prüfen.
Fazit: Ein lohnendes Ziel mit kleinen Einschränkungen
Die Okertalsperre ist ein empfehlenswertes Ziel für alle, die im Harz mit dem Wohnmobil unterwegs sind und den Fokus auf Natur, Wandern und Unabhängigkeit legen. Die kostenlosen Parkplätze und die atemberaubende Landschaft sind klare Pluspunkte. Die Möglichkeit, auf dem nahegelegenen Camping-Platz zu übernachten, macht die Gegend zu einer soliden Basis für die Erkundung des Oberharzes.
Potenzielle Besucher sollten sich jedoch auf eine eingeschränkte Gastronomie und mögliche Kapazitätsengpässe beim Parken einstellen. Die Erfahrung ist am besten für Selbstversorger, die ihre Verpflegung dabeihaben und flexibel auf die Gegebenheiten vor Ort reagieren können. Wer mit diesen Erwartungen anreist, wird mit einem intensiven Naturerlebnis in einer der schönsten Regionen Deutschlands belohnt. Eine gute Planung, insbesondere bezüglich des Besuchszeitpunkts und der Prüfung aktueller Baumaßnahmen, trägt maßgeblich zu einem gelungenen Ausflug bei.